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Kategorie: Software
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Überblick über die Änderungen 2022. 

 

Steuerentlastungsgesetz 2022  - Entwurf zur Einkommensteuer

Das Bundesfinanzministerium hat den Entwurf des Bekanntmachungsschreibens zu den geänderten Programmablaufplänen für den Lohnsteuerabzug 2022 und die Entwürfe der geänderten Programmablaufpläne (Anlagen 1 und 2) veröffentlicht. Das BMF weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Entwürfe handelt, die rechtlich nicht verbindlich sind und noch Änderungen unterliegen können.

  1. Neuer Einkommensteuertarif ab 2022
  2. Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags bei der Einkommensteuer (Pauschbetrag für Werbungskosten bei den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit) um 200 Euro auf 1.200 Euro rückwirkend zum 1.1.2022.


Neue Vervielfältiger

Das Bundesministerium der Finanzen hat am 04.10.2021 gemäß § 14 Absatz 1 Satz 4 BewG die Vervielfältiger zur Berechnung des Kapitalwerts lebenslänglicher Nutzungen oder Leistungen auf Basis der Sterbetafel 2018/2020 des Statistischen Bundesamtes bekanntgegeben. Diese wurde am 09. Juli 2021 bekanntgegeben und sind für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden. 


Verbraucherpreisindex

Der vorläufige Verbraucherpreisindex für 2022 beträgt 109,1


Baupreisindex

Der Baupreisindex für Wohngebäude (Gebäudearten 1.01. bis 5.1. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage ab 2022 beträgt: 141,0
Der Baupreisindex für Nichtwohngebäude (Gebäudearten 5.2. bis 18.2. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage ab 2022 beträgt: 142,0

Die Änderung wurden am 28.02.22 in einer erweiterten Version 7.0.0.0 mit Special Build 28.02.22 bereitgestellt.


Multiplikatoren

Neue FINANCE - Multiples zur Unternehmensbewertung 01/2022.

 

Zusatzbeitrag zur GKV

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung für 2022 beträgt 1,3 Prozent (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 19.11.2021). Dadurch erhöht sich bei einer privaten Krankenversicherung der Beitragszuschuss durch den Arbeitgeber oder Rentenversicherungsträger. 

 

Pflegereform

Die schwarz-rote Koalition hatte sich noch vor der Bundestagswahl auf eine Pflegereform geeinigt. Unter anderem wird der Beitrag für Kinderlose ab dem vollendeten 23. Lebensjahr in der gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,25 Prozent des Bruttogehalts um 0,1 Punkte auf 0,35 Prozent angehoben. Zusätzlich beteiligt sich der Bund ab 2022 jährlich mit einer Milliarde Euro an den Aufwendungen der sozialen Pflegeversicherung. Ab September 2022 dürfen nur noch die Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif vergüten.

Pflegebedürftige sollen durch die Reform nicht überfordert werden. Die Pflegeversicherung zahlt deshalb künftig neben dem je nach Pflegegrad differenzierten Leistungsbetrag einen Zuschlag zu den Pflegekosten. Dieser solle mit der Dauer der Pflege steigen.

Pflegebedürftige und ihre Angehörige würden damit nach zwei Jahren Pflege um rund 410 Euro monatlich entlastet werden. 

 
Steuerpflichtiger Rentenanteil

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Wer 2022 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 82 Prozent. 18 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei.
 

Sozialversicherung

Das Bundeskabinett hat neue Rechengrößen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung für das 2022 beschlossen (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022). Die Sozialversicherungswerte für 2022 lauten demnach:

Beitragsbemessungsgrenze GRV West 2021: 84.600 € p.a.
Beitragsbemessungsgrenze GRV Ost 2021: 81.000 € p.a.
Beitragsbemessungsgrenze GKV und GPV 2021: 58.050 € p.a.

Der Höchstbeitrag für den Abzug Sonderausgaben Altersvorsorgeaufwendungen bei Einkommensteuerrechner für VZ 2022 beträgt im Grundtarif 25.639 € und im Splittingtarif 51.278 €.


Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wurde ab 1.1.2020 auf 2,4 % (2019: 2,5 %) gesenkt. Die Regelung gilt befristet bis zum 31.12.2022.
 

Höherer Mindestlohn

2022 steigt der gesetzliche Mindestlohn gleich zweimal. Ab dem 1. Januar schreibt der Gesetzgeber 9,82 Euro pro Stunde und ab dem 1. Juli 2022 10,45 Euro pro Stunde vor. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro die Stunde.


Rentenwerte !

Der aktuelle Rentenwert (West) beträgt seit dem 1.7.2022 36,02 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2022 West: 950,93 €. Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 201,71 €.

Der aktuelle Rentenwert (Ost) beträgt seit dem 1.7.2022 35,52 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2022 Ost: 937,73 €. Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 198,81 €.


Durchschnittsentgelt GRV

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung, das zur Bestimmung der Entgeltpunkte im jeweiligen Kalenderjahr dient, wird für dieses Jahr vorläufig auf 38.901 Euro im Jahr (2021: 41.541 Euro) festgesetzt.

Höhere Steuerfreibeträge

Ab Anfang des Jahres gelten höhere Freibeträge. Der Anteil des Jahreseinkommens, auf das keine Steuern gezahlt werden muss wird erhöht. Als Single dürfen im neuen Jahr 9.984 Euro steuerfrei verdient werden. Verheirateten steht die doppelte Summe zu, sie erhalten 2022 bis zu 19.968 Euro steuerfrei, aktuell liegt die Grenze noch bei 19.488 Euro.


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