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Auch im Jahr 2019 sind wieder einige Neuerungen zu berücksichtigen. Nachfolgend eine Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Neue Vervielfältiger

Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2019 neue Sterbetafel veröffentlicht. Die Kapitalwerte für lebenslänglichen Nutzung oder Leistung gelten für Bewertungsstichtage ab 1. Januar 2019. Der Kapitalwert ist nach der am 18. Oktober 2018 veröffentlichten Allgemeinen Sterbetafel 2015/2017 des Statistischen Bundesamtes unter Berücksichtigung von Zwischenzinsen und Zinseszinsen mit 5,5 Prozent errechnet worden.

Verbraucherpreisindex

Der Verbraucherpreisindex für 2018 beträgt 111,4

 

Multiplikatoren

Die aktuellen FINANCE - Multiples - November/Dezember (November/Dezember 2018) wurden veröffentlicht. Diese werden im kommenden Release von FINESS bei der Unternehmensbewertung nach der Multiplikatormethode zugrunde gelegt. Experten gehen derzeit von einem Höhepunkt bei den Unternehmensbewertungen aus.

Arbeitslosenversicherung 

Ab dem 1. Januar 2019 sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,0 auf 2,5 Prozent. Da die Beiträge von Arbeitgebern und Beschäftigten jeweils zur Hälfte getragen werden, werden Arbeitgeber um 0,25 Prozent entlastet. Die Senkung auf 2,5 Prozent gilt bis zum 31.12.2022, danach steigt der Beitragssatz dann auf 2,6 Prozent.

Mindestbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse

Für Selbstständige mit geringem Einkommen sinkt der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 1. Januar 2019. Er beträgt dann inklusive Pflegebeitrag nur noch rund 171 Euro im Monat. Bisher mussten Selbstständige, die sich freiwillig gesetzlich krankenversicherten, monatlich mindestens 423 Euro für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Dass sie ab 2019 weniger bezahlen müssen, liegt daran, dass die Bemessungsgrundlage von bisher 2.284 Euro auf 1.038 Euro abgesenkt wurde. Davon profitieren alle Selbstständigen, die weniger als 2284 Euro im Monat verdienen. Für freiwillig in der gesetzlichen KV versicherte Personen werden nun in FINESS die Gewinne aus 'selbständiger Arbeit' bei der Berechnung zugrunde gelegt.

Paritätische Krankenversicherungsbeiträge

Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung wird 2019 unverändert bei 14,6 Prozent liegen. Dazu kommt der Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse entsprechend ihres Finanzbedarfs von den Versicherten erhebt. Bisher mussten die Versicherten den Zusatzbeitrag alleine tragen. Dies ändert sich ab dem 1. Januar 2019. Er wird dann wieder paritätisch, also zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, finanziert. Da der durchschnittliche Zusatzbetrag 2019 bei 0,9 Prozent liegt, steigt die Belastung für Arbeitgeber im Schnitt um rund 0,5 Prozent.

Höhere Beiträge in der Pflegeversicherung

Der Beitrag für die Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2019 um 0,5 Prozent auf dann 3,05 Prozent. Finanziert wird er je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Arbeitgeber werden also um 0,25 Prozent mehr belastet.

Mindestlohn

2019 steigt der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro. Ab 2020 müssen Arbeitgeber dann mindestens 9,35 Euro brutto pro Stunde bezahlen. Auch etliche Branchenmindestlöhne steigen, zum Beispiel im Dachdeckerhandwerk, im Elektrohandwerk, im Gebäudereinigerhandwerk, bei Zeitarbeitern und in der Pflegebranche.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung

Die BBG West wird im Jahr 2019 in der allgemeinen Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung auf 6.700 Euro monatlich festgesetzt, jährlich sind dies 80.400 Euro. In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt sie 98.400 Euro jährlich bzw. 8.200 Euro monatlich.

In den neuen Bundesländern gilt die BBG RV Ost von monatlich 6.150 Euro bzw. jährlich 73.800 Euro. In der knappschaftlichen Rentenversicherung sind dies 7.600 Euro monatlich bzw. 91.200 Euro jährlich.


Einkommensteuer 

Der Bundesrat hat am 23.11.2018 dem vom Bundestag bereits verabschiedeten "Gesetz zur Stärkung und steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen" (Familienentlastungsgesetz) zugestimmt.

Ab dem Monat Juli 2019 wird für jedes Kind 10 EUR mehr Kindergeld ausgezahlt.

Der Kinderfreibetrag wird für den VZ 2019 für jeden Elternteil auf 2.490 EUR (insgesamt 4.980 EUR, mit Betreuungsfreibetrag 7.620 EUR) erhöht. Die steuerliche Entlastungswirkung der Erhöhung des Kinderfreibetrags um jeweils 96 EUR (insgesamt 192 EUR) entspricht dem Jahresbetrag der Kindergelderhöhung (60 EUR).

Für den VZ 2020 wird der Kinderfreibetrag erneut erhöht, um der Kindergelderhöhung zu entsprechen, die sich im Jahr 2020 mit insgesamt 120 EUR pro Kind erstmals auf das gesamte Jahr auswirkt. Der Kinderfreibetrag wird dann für jeden Elternteil auf 2.586 EUR (insgesamt 5.172 EUR, mit Betreuungsfreibetrag 7.812 EUR) erhöht.

Der Grundfreibetrag steigt von 9.000 auf 9.168 EUR (2019) und 9.408 EUR (2020), ebenso wie der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen.

Um der "kalten Progression" zu begegnen, werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die VZ 2019 (1,84 %) und 2020 (1,95 %) nach rechts verschoben. Hiermit soll dem Effekt begegnet werden, durch den Einkommenssteigerungen im Falle einer Inflation durch den progressiven Steuersatz mitunter aufgezehrt werden.

Steuerpflichtiger Rentenanteil

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Wer 2019 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 78 Prozent. 22 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei.

Meldepflicht für Steuersparmodelle

Ab Juli 2020 müssen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Banken „möglicherweise aggressive“ grenzüberschreitende Steuergestaltungen ihrer Mandanten an die jeweils zuständigen Finanzbehörden melden.

Für die Vorbereitungen bleibt wenig Zeit, denn die Offenlegungspflicht gilt rückwirkend für alle Steuergestaltungen, die das jeweilige Unternehmen seit 25. Juni 2018 umgesetzt hat.

Ausblick

Alle die Beratungssoftware FINESS betreffenden Neuerungen wurden mit dem letzten Programmrelease umgesetzt. 

Erst nach Fertigstellung des Programmreleases bekannt gegeben wurden: 

 

Änderung des Baupreisindexes für die Bewertung von Immobilien.

Der Baupreisindex für Wohngebäude (Gebäudearten 1.01. bis 5.1. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage in 2019 beträgt: 122,0

 

Der Baupreisindex für Nichtwohngebäude (Gebäudearten 5.2. bis 18.2. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage in 2019 beträgt: 122,7

 

 

Änderung der aktuellen Rentenwerte ab 1.7.2019:

 

  1. Der aktuelle Rentenwert (West) beträgt ab dem 1.7.2019 33,05 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2019 West: 872,52 €.  Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 185,08 €
  1. Der aktuelle Rentenwert (Ost) beträgt ab dem 1.7.2019 31,89 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2019 Ost: 841,9 €. Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 178,58 €

 

[ma, 04.06.19]