• Was ist Estate Planning?
  • Neuerungen 2018
  • Datenschutz im Unternehmen: Was besagt die DSGVO?
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Laut einer aktuellen Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) reichen bei mehr als die Hälfte aller 55- bis 64 jährigen Erwerbstätigen die derzeitigen Rentenanwartschaften nicht, um den aktuellen Konsum zu decken. 

 

  • In dieser Gruppe ist der aktuelle Konsum größer als die bisher erworbenen Rentenanwartschaften.
  • Potentielle Versorgungslücke beträgt durchschnittlich 650 Euro monatlich, wenn alle drei Säulen der Alterssicherung (gesetzlich, betrieblich, privat) herangezogen werden
  • Nur die Hälfte kann im Rentenfall ihren Konsum mit allen drei Säulen der Alterssicherung mehr als fünf Jahre decken
  • Privates Vermögen kann die potentielle Versorgungslücke deutlich reduzieren
  • Private Versicherungen wie Riester- oder Rürup-Verträge reduzieren den Anteil der Personen mit Versorgungslücke dagegen nur geringfügig.

Bei der Studie handelt es sich um statistische Werte. Noch immer sind die meisten Erwerbstätigen sich über ihre ganz persönliche Versorgungssituation im Alter im Unklaren. Der vom DIW ermittelte Wert stimmt mit dem überein was wir bei einem durchschnittlichen Fall in einer Softwareanalyse ermittelt haben. Dennoch ist jeder Fall individuell anders gelagert und muss im Einzelnen betrachtet werden. Diesbezügliche Auswertungen können jedoch von Laien nicht ohne weiteres selbst durchgeführt werden, weil hier sozialversicherungs- und einkommensteuerliche Fragen eine wichtige Rolle spielen. Hinzukommen Betrachtungsansätze für den Pflege- oder Todesfall, welche insgesamt bei der Planung mitberücksichtigt werden sollten.

 

Die Beratungssoftware GeNe/F.I.N.E.S.S wurde genau für die o.g. Problematik der Versorgungslückenermittlung unter Berücksichtigung von prognostiziertem Vermögen im Alter konzipiert. Mit FINESS kann für den durchschnittlichen Erwerbstätige bereits in wenigen Minuten eine exakte Versorgunglücke berechnet werden, konkrete Handlungsempfehlungen und ein stimmiges Nachfolgekonzept inklusive. Somit kann sich auch für weniger vermögende Personen eine Kundenberatung interessant sein, vor allem weil gerade diese Gruppe von einer hohen Versorgungslücke im Alter bedroht ist und dies oft nicht durch privates Vermögen kompensieren kann. GeNe stellt übergangsweise Pilotlizenzen für Interessenten zur Verfügung und hilft bei der Vertiefung fachlicher Inhalte auf diesem Gebiet. 

 

 

 

 

 

 

 

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Jeder erfolgreiche Betrieb kommt zwangsläufig in Kontakt mit personenbezogenen Daten ihrer Kunden. Im Zuge dessen müssen jedoch einige datenschutzrechtlichen Aspekte berücksichtigt werden, die mit der Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 sogar noch verschärft werden. Das Wichtigste zum Datenschutz in Unternehmen erläutert der folgende Artikel.

Verantwortung für personenbezogene Daten

In der DSGVO ist nicht ganz eindeutig klassifiziert, welche Informationen von Nutzern als personenbezogene Daten gelten. Grundsätzlich handelt es sich dabei aber um alle Angaben, mit denen eine natürliche Person direkt oder auch indirekt identifiziert werden kann. Das schließt unter anderem den Namen, die Adresse, die Telefonnummer, Profilbilder sowie die IP-Adresse ein.

Besonders wichtig ist dabei, dass sowohl die unmittelbaren Nutzer als auch die Verarbeiter der Daten für deren Sicherheit verantwortlich sind. Werden die erhobenen Angaben also zu einem bestimmten Zweck weitergegeben, kann im Falle einer Datenpanne trotzdem das Unternehmen haften. Ein Beispiel ist etwa der Versand von Weihnachtspost an die Bestandskunden: Werden hierzu die Adressen an die beauftragte Druckerei übermittelt, muss zunächst eine entsprechende Einwilligung vonseiten des Kunden vorliegen sowie im Idealfall eine vertragliche Vereinbarung dazu, dass etwaige Forderungen aufgrund eines Datenschutzverstoßes nicht auf die Firma selbst zurückfallen können.

DSGVO-Einhaltung nachweisen

Grundsätzlich besteht eine Rechenschaftspflicht gegenüber den Betroffenen sowie gegenüber prüfenden Stellen. So muss ein Unternehmen stets nachweisen können, dass es die Regelungen nach der DSGVO einhält. Bei Nutzeranfragen muss beispielsweise innerhalb eines Monats geantwortet sowie darüber aufgeklärt werden, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden. Auch in welcher Form und für wie lange die Speicherung erfolgt, ist dem Kunden zu nennen. Gleichzeitig hat der Betroffene das Recht, eine Berichtigung oder Löschung seiner Daten zu veranlassen.

Um diese kurzen Fristen einhalten zu können, ist es notwendig, entsprechende technische wie organisatorische Vorkehrungen zu treffen. Idealerweise hat ein Datenschutzbeauftragter im Unternehmen jederzeit schnellen Zugang zu den gewünschten Informationen.

Nutzereinwilligung stets einholen

Grundsätzlich muss vor jeder Datenverarbeitung die Einwilligung des Betroffenen eingeholt werden. Sollen die Angaben für verschiedene Zwecke verwendet werden, ist zu jedem eine gesonderte Erlaubnis notwendig. Diese kann der Nutzer wiederum jederzeit widerrufen. Im Zuge dessen gilt jedoch auch ein verschärftes Koppelungsverbot. Demnach kann das Zustandekommen eines Vertrages nicht mehr von der Erteilung des Einverständnisses in die Verarbeitung der Nutzerdaten  abhängig gemacht werden.

Des Weiteren darf nach der DSGVO eine Speicherung der personenbezogenen Daten nur so lange erfolgen, wie sie für den ursprünglichen Zweck nachvollziehbar vonnöten ist. Werden zum Beispiel im Zuge eines Online-Gewinnspiels die Adressen von Nutzern erhoben, so muss bei Beendigung des Gewinnspiels sofort eine Löschung derer erfolgen. Mit dieser Regelung soll einer Vorratsdatenspeicherung künftig vorgesorgt werden.

Datenschutz im Marketing

Das Marketing spielt in jedem Betrieb eine Rolle. Doch insbesondere hierbei sind die Datenschutzvorgaben, wie das Auskunftsrecht der Betroffenen, zu berücksichtigen. Möchte ein Unternehmen beispielsweise das sogenannte Social Media Monitoring durchführen, um neue Werbestrategien zu entwickeln, ist es wichtig, ausschließlich Beiträge, die für jeden als öffentlich zugänglich markiert worden sind, zu analysieren sowie diese Daten von Anfang an zu anonymisieren.

Weitere Informationen zum Thema hat der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. unter www.datenschutz.org zusammengestellt.

Laura Gosemann, 20.03.2018

 

Rentenbeginn, Rentenabschläge und Zusatzbeiträge 

Jüngst wurde in einigen Zeitungen (u.a. Handelsblatt v. 1./2./3. September 2017: „Geld verdienen mit der Rente“) auf die Möglichkeit der Zahlung von Zusatzbeiträgen ab einem Alter von 50 Jahren in die gesetzliche Rentenversicherung hingewiesen, um spätere Rentenabschläge auszugleichen. Kunden und deren Beratern ist aber häufig nicht bewusst, wann überhaupt eine vorzeitige Inanspruchnahme möglich ist.

Übersicht Renteneintritt und vorzeitige Inanspruchnahme

Die nachfolgende Übersicht berücksichtigt nicht die Vertrauensschutzregelungen.

Rentenart

Altersgrenze

Vorzeitige Inanspruchnahme möglich

Regelaltersrente (Wartezeit: 5 J.)

Geburtsjahr vor 1947: 65 Jahre

Geburtsjahr 1947-1963: stufenweise Anhebung

Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre

nein

Altersrente für langjährig Versicherte (Wartezeit: 35 J.)

Geburtsjahr vor 1949: 65 Jahre

Geburtsjahr 1949-1963: stufenweise Anhebung

Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre

ja ab 63

Abschlag von 0,3 % pro Monat, maximal 14,4 %

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

(Wartezeit: 45 J.)

Geburtsjahr vor 1953: 63 Jahre

Geburtsjahr 1953-1963: stufenweise Anhebung

Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre

nein

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

(Wartezeit: 35 J.)

Geburtsjahr vor 1952: 63 Jahre

Geburtsjahr 1953-1963: stufenweise Anhebung

Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre

ja ab 60 (mit stufenweiser Anhebung)

Abschlag von 0,3 % pro Monat, maximal 10,8 %

 

Natürlich ist ein Ausgleich von Rentenabschlägen durch Zusatzbeiträge nur bei Arbeitnehmern möglich, die die Voraussetzungen für eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen erfüllen. Andernfalls wird eine entsprechend höhere Rente gezahlt.

Die Deutsche Rentenversicherung weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass Versicherte seit dem 1.7.2017 bereits ab dem 50. Lebensjahr von der Rentenversicherung eine Auskunft (Rentenauskunft) anfordern können, welcher Betrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen erforderlich ist (vgl. dazu auch § 109 SGB VI).

Ruhestandsplanung mit F.I.N.E.S.S

Eine optimale Ruhestandsplanung erfordert eine professionelle Beratung. Dazu bedarf es einer geeigneten Beratungssoftware. Nicht nur die wirtschaftliche Analyse der Auswirkungen des Todes- und eines eventuellen Pflegefalls können mit der Software F.I.N.E.S.S exakt abgebildet werden, sondern auch der (geplante) Renteneintritt und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen.

 

7.9.2017, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Auch im Jahr 2018 sind wieder einige Neuerungen zu berücksichtigen. Nachfolgend eine Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Neue Vervielfältiger

Das Statistische Bundesamt wird im Jahr 2017 keine neue Sterbetafel veröffentlichen. Daher sind die Vervielfältiger zur Berechnung des Kapitalwerts lebenslänglicher Nutzungen oder Leistungen, die nach der am 20. Oktober 2016 veröffentlichten Sterbetafel 2013/2015 des Statistischen Bundesamtes ermittelt und mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. November 2016 veröffentlicht wurden (bereits in F.I.N.E.S.S integriert), auch für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2018 anzuwenden.

Verbraucherpreisindex

Der Verbraucherpreisindex für 2017 beträgt 109,3.

Baupreisindex

Die neuen Baupreisindizes zur Bewertung von Immobilien ab 2018 betragen für Wohngebäude (Gebäudearten 1.01. bis 5.1. Anlage 24, Teil II., BewG)  116,8 und für Nichtwohngebäude (Gebäudearten 5.2. bis 18.2. Anlage 24, Teil II., BewG) 117,4.

Bruttogrundflächenermittlung

Im Zuge der Umstellung auf die geänderten Umrechnungsfaktoren wurde der Faktor von bisher auf 1,9 für Wohnungseigentum übernommen. Dieser wird auf 1,55 geändert.

Multiplikatoren

Die aktuellen FINANCE - Multiples - November/Dezember (06/2017) wurden veröffentlicht. Diese werden ab 02/2018 in FINESS bei der Unternehmensbewertung nach der Multiplikatormethode zugrunde gelegt. Einen weiteren Anstieg der Multiples erwarten die Experten für die Branche derzeit nicht. Eine Zeitlang dürften sich die Bewertungen aber noch auf hohem Niveau seitwärts bewegen, bevor auf längere Sicht ein erneutes Absinken wahrscheinlich wird.

Sozialabgaben

Die Bundesregierung hat am 22.11.2017 beschlossen, den Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung ab 1.1.2018 von 18,7 % auf 18,6 % zu senken. Außerdem sinkt der Beitragssatz in der knappschaftlichen Rentenversicherung auf 24,7 %.

Die Bemessungsgrenze, bis zu welcher Beiträge auf Arbeitsentgelt oder Rente zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung auf monatlich 6500 Euro in Westdeutschland und auf 5800 Euro in Ostdeutschland.

 

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze auf 4425 Euro pro Monat. Ab sofort gilt die Pflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bis zu einem monatlichen Einkommen von 4950 Euro.

 

Diese Anpassungen sind bereits in der aktuellen FINESS Version enthalten.
 

Einkommensteuer

 

Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder Rürup-Verträge können 2018 bis zu 23.712 Euro berücksichtigt werden, 350 Euro mehr als im Vorjahr. 86 Prozent der Beiträge werden als Sonderausgaben abgezogen, 2 Prozentpunkte mehr als 2017.

Der Grundfreibetrag, das steuerfreie Existenzminimum, steigt um 180 Euro auf 9000 Euro pro Person und Jahr. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag.

Diese Änderungen sind bereits in FINESS enthalten.

Soziale Pflegeversicherung

Der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung beträgt für das Jahr 2018 2,55 Prozent bzw. für Kinderlose 2,80 Prozent. Somit ergeben sich keine Änderungen im Vergleich zum Vorjahr:

AN-Beitragssatz ohne Sachsen:  1.275 %
AN-Beitragssatz Sachsen:          1,775 %
AG-Beitragssatz ohne Sachsen:  1,275 %
AG-Beitragssatz Sachsen:
         0,775 %

Der Beitragssatz für die Soziale Pflegeversicherung wird vom Gesetzgeber bestimmt und ist damit bei allen Pflegekassen identisch. Höhere Beiträge ergeben sich für Versicherte mit einem hohen Einkommen aufgrund einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrundlage von monatlich 4.305 € auf 4.425 €.

Steuerpflichtiger Rentenanteil

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Wer 2018 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 76 Prozent. 24 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei.

Riesterzulage

 

Die Grundzulage für Riesterverträge wird 2018 von 154 auf 175 Euro erhöht. Dieser Zuschuss zur privaten Altersvorsorge wird gewährt, wenn mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in ein zertifiziertes Riester-Produkt fließen. Die Erhöhung gilt auch für bereits bestehende Riesterverträge.

 

Kindergeld

Das monatliche Kindergeld wird um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 194 Euro, für das dritte 200 Euro und für das vierte sowie jedes weitere Kind 225 Euro pro Monat.

Mindestlohn

Dieser beträgt zwar weiterhin 8,84 Euro pro Stunde. Aber Tarifverträge, die unter dem Mindestlohn liegen, sind ab sofort nicht mehr zulässig.

Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II

Ab sofort erhalten Alleinstehende monatlich sieben Euro mehr – also 416 Euro. Paare bekommen sechs Euro mehr – also 374 Euro pro Person. Und die monatlichen Sätze für Kinder steigen je nach Alter um drei bis fünf Euro.

Versorgungsfreibetrag

Für Pensionäre verringert sich der Versorgungsfreibetrag. Bei Versorgungsbeginn 2018 bleiben noch 19,2 Prozent der Pension steuerfrei, höchstens jedoch 1440 im Jahr. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag verringert sich auf 432 Euro.

Altersentlastungsbetrag

Wer 2018 seinen 65. Geburtstag feiert und deshalb erstmals Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag hat, erhält 19,2 Prozent, höchstens 912 Euro als Abzugsbetrag auf bestimmte Einkünfte.

EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Hinsichtlich der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung befinden wir uns derzeit in den letzten Monaten des Übergangszeitraums, bis diese  am 25. Mai 2018 Anwendung findet. Als Lizenznehmer von FINESS profitieren Sie automatisch von zahlreichen Funktionen und Features, die Ihren Weg zur Compliance für die neuen Regelungen ebnen.

Die DSGVO umfasst viele Anforderungen zur Erfassung, Speicherung und Nutzung von personenbezogenen Daten. Um eine unrechtmäßige Verwendung von Daten (vor allem durch die Verarbeitung von Daten ohne Zustimmung des Betroffenen) zu verhindern, müssen entsprechende Anwendungen und Prozesse überarbeitet oder geschaffen werden. Da Betroffene nun das Recht haben, Daten zu korrigieren, die Zustimmung zurückzuziehen, das Löschen anzufordern oder eine Kopie ihrer Daten abzurufen, benötigen Organisationen passende Systeme für die Umsetzung dieser neuen Anforderungen. Unternehmen müssen außerdem erweiterte Datenrichtlinien implementieren, um die Nutzung personenbezogener Daten im Einklang mit der DSGVO abzubilden und die neuen Transparenz-, Protokoll- und Berichtsanforderungen zu erfüllen.

Ausblick

Alle Neuerungen werden spätestens mit dem nächsten Programmrelease bereitgestellt.

 

Stand: 25.02.2018 (ma)

Die Bewertung des Vermögens hat im Estate Planning / Generationenberatung eine zentrale Bedeutung. Leider viel zu häufig wird diesem Aspekt eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Bei Immobilien verlässt man sich auf die Wertangaben des Kunden. Diese Werte werden im Anschluss für die wirtschaftlichen – zivilrechtlichen und steuerlichen Betrachtungen herangezogen. 

"Eine trügerische und fehlerbehaftete Vorgehensweise – wie das nachfolgende Beispiel beweist."

Im Rahmen eines Beratungsmandates, in welchem eine Immobilie eine zentrale Rolle spielte, wurde vom Kunden ein Wert von 3 Mio. genannt. Nach seiner Einschätzung, seien zur Zeit in München Verkaufspreise in der Größenordnung einer 20fachen Miete zu erzielen. 

Die Daten des Objektes:

Baujahr 1990
Wohn/Nutzfläche 938 m²
Grundstücksgröße 1.190 m²
Bodenrichtwert 2.000 m²
Anzahl der Wohnungen 18
Jahresnettokaltmiete 152.500 €
 
Mit Ausnahme des Bodenrichtwertes sind i.d.R. alle für die erbschaftsteuerliche Bewertung erforderlichen Daten vorhanden. Der Kunde war auch gerne bereit, die überschaubaren Kosten von 30 € für die Bodenrichtwertauskunft in München auf sich zu nehmen.
 
         

Die erbschaftsteuerliche Bewertung nach dem Ertragswert-verfahren lieferte mit FINESS einen Steuerwert von 2,38 Mio. (vor Privilegierung).
Eine Abweichung von 620.000 € zum Kunden genannten Verkehrswert.
(*standortspezifische Bewirtschaftungskosten und Bodenwertver-zinsung wurden nicht berücksichtigt)

 

Da im Rahmen des Estate Planning dem Verkehrswert für eine mögliche Erbauseinandersetzung, für Pflichtteile und Pflichtteilsergänzungsansprüche eine große Bedeutung zukommt und der Kunde Planungssicherheit haben wollte, wurde für das Objekt zusätzlich ein Verkehrswertgutachten erstellt. Zwischenzeitlich liegt dieses Gutachten vor und weist für das Objekt einen Verkehrswert von 3,6 Mio. aus.


Die Wertabweichungen im Überblick:

Wertangabe des Kunden: 3,0 Mio.
Verkehrswertgutachten: 3,6 Mio.
Berechneter erbschaftsteuerlicher Wert: 2,38 Mio.


Fazit:

Es gibt teilweise erhebliche Unterschiede zwischen Verkehrswert und erbschaftsteuerlichen Wert. Abhängig von den regionalen Gegebenheiten und dem anzuwendenen Bewertungsverfahren ist eine Abweichung in beiden Richtungen möglich. Darauf nicht hinzuweisen, bzw. diese Aspekte unberücksichtigt zu lassen kann aus Haftungs- und Imagegründen problematisch sein. Wer, wenn nicht wir als Estate Planner / Generationenberater sollen sich dem Thema Bewertung annehmen? Anwälte und Notare machen es in der Praxis in der Regel nicht. Mit den richtigen Arbeitsmitteln wie FINESS und einer strukturierten Herangehensweise ist die Bewertung ohne weiteres möglich.

Nachfolgend eine kurze Berater-Checkliste für den Umgang mit Immobilien:

Auftragsklärung

Wünscht der Kunde eine überschlägige oder eine ausführliche Betrachtung und Auswertung?
Über 90% aller Mandaten wünschen eine ausführliche Betrachtung und Auswertung!

Datenbeschaffung
Erforderliche Informationen gem. Datenerhebungsbogen
Plausibilitätsrecherche (Bewertungsabteilung, Immowelt, Immoscout, Immonet, Planethome,…)
Klärung Gutachterausschuss
Gibt es regionalspezifische Bewirtschaftungskosten und Bodenwertverzinsung?
Bodenrichtwertauskunft: www.boris-[bundesland].de, aktueller Immobilienmarktbericht (Kosten des Immobilienmarktbericht der Landeshauptstadt München € 65).
Netzwerk

Gutachter Immobilienbewertung - es sollte gewährleistet sein, dass die Gutachten von der Finanzverwaltung anerkannt werden.

Hinweis: Beleihungswertgutachten sind für solche Zwecke ungeeignet.

 

[05.08.16, Wohlsorge.de]

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