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Überblick über die Änderungen 2022. 


Neue Vervielfältiger

Das Bundesministerium der Finanzen hat am 04.10.2021 gemäß § 14 Absatz 1 Satz 4 BewG die Vervielfältiger zur Berechnung des Kapitalwerts lebenslänglicher Nutzungen oder Leistungen auf Basis der Sterbetafel 2018/2020 des Statistischen Bundesamtes bekanntgegeben. Diese wurde am 09. Juli 2021 bekanntgegeben und sind für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden. 


Verbraucherpreisindex

Der vorläufige Verbraucherpreisindex für 2022 beträgt 109,1


Baupreisindex

Der Baupreisindex für Wohngebäude (Gebäudearten 1.01. bis 5.1. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage ab 2021 beträgt: 129,2
Der Baupreisindex für Nichtwohngebäude (Gebäudearten 5.2. bis 18.2. Anlage 24, Teil II., BewG) für Bewertungsstichtage ab 2021 beträgt: 130,1

Es liegen keine neueren Wert bisher vor.


Multiplikatoren

Neue FINANCE - Multiples zur Unternehmensbewertung 01/2022.

 

Zusatzbeitrag zur GKV

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung für 2022 beträgt 1,3 Prozent (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 19.11.2021). Dadurch erhöht sich bei einer privaten Krankenversicherung der Beitragszuschuss durch den Arbeitgeber oder Rentenversicherungsträger. 

 

Pflegereform

Die schwarz-rote Koalition hatte sich noch vor der Bundestagswahl auf eine Pflegereform geeinigt. Unter anderem wird der Beitrag für Kinderlose ab dem vollendeten 23. Lebensjahr in der gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,25 Prozent des Bruttogehalts um 0,1 Punkte auf 0,35 Prozent angehoben. Zusätzlich beteiligt sich der Bund ab 2022 jährlich mit einer Milliarde Euro an den Aufwendungen der sozialen Pflegeversicherung. Ab September 2022 dürfen nur noch die Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif vergüten.

Pflegebedürftige sollen durch die Reform nicht überfordert werden. Die Pflegeversicherung zahlt deshalb künftig neben dem je nach Pflegegrad differenzierten Leistungsbetrag einen Zuschlag zu den Pflegekosten. Dieser solle mit der Dauer der Pflege steigen.

  • Im ersten Jahr trage die Pflegekasse fünf Prozent des pflegebedingten Eigenanteils,
  • im zweiten Jahr 25 Prozent,
  • im dritten Jahr 45 Prozent
  • und danach 70 Prozent.

Pflegebedürftige und ihre Angehörige würden damit nach zwei Jahren Pflege um rund 410 Euro monatlich entlastet werden. 

 
Steuerpflichtiger Rentenanteil

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Wer 2022 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 82 Prozent. 18 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei.
 

Sozialversicherung

Das Bundeskabinett hat neue Rechengrößen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung für das 2022 beschlossen (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022). Die Sozialversicherungswerte für 2022 lauten demnach:

Beitragsbemessungsgrenze GRV West 2021: 84.600 € p.a.
Beitragsbemessungsgrenze GRV Ost 2021: 81.000 € p.a.
Beitragsbemessungsgrenze GKV und GPV 2021: 58.050 € p.a.

Der Höchstbeitrag für den Abzug Sonderausgaben Altersvorsorgeaufwendungen bei Einkommensteuerrechner für VZ 2022 beträgt im Grundtarif 25.639 € und im Splittingtarif 51.278 €.


Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wurde ab 1.1.2020 auf 2,4 % (2019: 2,5 %) gesenkt. Die Regelung gilt befristet bis zum 31.12.2022.
 

Höherer Mindestlohn

2022 steigt der gesetzliche Mindestlohn gleich zweimal. Ab dem 1. Januar schreibt der Gesetzgeber 9,82 Euro pro Stunde und ab dem 1. Juli 2022 10,45 Euro pro Stunde vor. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro die Stunde.


Rentenwerte

Der aktuelle Rentenwert (West) beträgt seit dem 1.7.2020 34,19 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2020 West: 902,62 €. Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 191,46 €.

Der aktuelle Rentenwert (Ost) beträgt seit dem 1.7.2021 33,47 €. Damit beträgt der Freibetrag bei der Anrechnung von eigenem Einkommen bei der Witwen-/Witwerrente ab 1.7.2021 Ost: 883,61 €. Für jedes Kind, das grundsätzlich Anspruch auf eine Waisenrente hat, erhöht sich der Freibetrag um 187,43 €.

Die Höhe der aktuellen Rentenanpassung wird erst im März 2022 feststehen, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen.


Durchschnittsentgelt GRV

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung, das zur Bestimmung der Entgeltpunkte im jeweiligen Kalenderjahr dient, wird für dieses Jahr vorläufig auf 38.901 Euro im Jahr (2021: 41.541 Euro) festgesetzt.
 

Sonstiges

  • Der Bundeswirtschaftsminister kündigte an, die EEG-Umlage 2022 zu senken – von derzeit 6,5 Cent auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Derzeit liegt nach Angaben des Vergleichsportals Verivox der durchschnittliche Strompreis für Haushalte bei 31,38 ct/kWh und damit höher als je zuvor. Die Absenkung der EEG-Umlage würde den aktuellen durchschnittlichen Strompreis um rund elf Prozent senken. "Ohne weitere Senkungen der Steuern, Abgaben und Umlagen erwarten wir keine flächendeckende Entlastung bei den Strompreisen für Haushalte im kommenden Jahr", betont Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Mit einer möglichen Ampelkoalition aus SDP, FDP und Grünen könnte sich das ändern. "Im Laufe der Legislaturperiode werden wir die Finanzierung der EEG-Umlage über den Strompreis so schnell wie möglich beenden", heißt es in einem gemeinsamen Papier der drei Parteien zu den Ergebnissen ihrer Sondierungen. Noch ist es aber nicht soweit.